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„Sakralbauten” | Dritte Wanderausstellung des Evangelischen Kirchenbezirks Mühlacker (Georgskirche Enzberg, Laurentiuskirche Oberderdingen und Petrikirche Großglattbach, 04-07/2014)
Nach ihren Vorgängern in den Jahren 2010 und 2012 begeht der Evangelische Kirchenbezirk Mühlacker in diesem Jahr seine erfolgreiche und über die Region hinaus bekannt gewordene Ausstellungsreihe zum dritten Mal. Standen beim ersten Mal Einblicke in das spontane Straßenleben („Streetfotografie - ganz nah und doch so fern” ) und beim zweiten Mal eine Gegenüberstellung von Sakral-, Industrie- und Waldszenen („Stille Begegnungen” ) im Vordergrund, so konzentriert sich die diesjährige Bildauswahl ganz auf Sakralbauten.
Bei den Ausstellungsstationen macht diesmal die Georgskirche Enzberg den Auftakt, gefolgt von der Laurentiuskirche Oberderdingen. Auch die Petrikirche Großglattbach ist wieder mit von der Partie, diesmal als Abschlußstation. Für das Grundkonzept und die Bildauswahl zeichnen wiederum Pfarrer Friedemann Glaser, Diakon Michael Gutekunst und ich verantwortlich, vor Ort unterstützen Pfarrer Martin Merdes mit seiner Ehefrau Heidrun Merdes sowie Pfarrerin Ditta Grefe-Schlüntz mit ihrem Ehemann Martin Schlüntz.
Für die Zwecke dieser Ausstellung habe ich meine einschlägigen Fotografien der letzten fünf Jahre durchgesehen und zu einer Werkschau zusammengestellt. Es handelt sich wiederum ausschließlich um Schwarzweißfotografien, doch veränderte sich mein Blick und meine Vision auch im Lauf der Zeit. So reicht das Spektrum von den eher düster gehaltenen Aufnahmen des Klosters Maulbronn im Jahr 2009 bis zu den lichtdurchfluteten Fotografien der letzten Zeit. Ein geographischer Schwerpunkt liegt bewußt auf den ansehnlichen Sakralbauten unserer hiesigen Region, doch werden diese durch Aufnahmen aus Frankreich und dem spanischen Grenzgebiet flankiert und ergänzt.
Veranstalter, Kuratierung und Unterstützung:
Evangelischer Kirchenbezirk Mühlacker
Dekan Ulf van Luijk, Mühlacker
Pfarrer Martin Merdes, Enzberg
Pfarrerin Ditta Grefe-Schlüntz, Oberderdingen
Pfarrer Friedemann Glaser, Großglattbach und Iptingen
Diakon Michael Gutekunst M.Sc., Mühlacker
Begleitende Essais:
[1] Michael Gutekunst
Sakrale Bauten, Kirchen, Dome, Kapellen ... sind Zeitzeugen. Generationen von Menschen sind hier ein- und ausgegangen, die Erbauer- und Folgegenerationen haben geplant, gebaut, bewahrt und fortgeschrieben, um Zeugnis zu geben von dem, was ihnen wichtig war und ist.
Sie erzählen Lebens- und Glaubensgeschichten, stiften regionale Identität. Wer würde nicht den heimischen Kirchturm vermissen, wenn dieser aus der vertrauten Silhouette verschwände?
Für die einen sind es Denkmale der Kultur-, Orts- und Zeitgeschichte. Ruheorte, Herbergen auf Zeit, in denen Zeit vor Eile kommt, man den eigenen Gedanken nachgehen, zur Ruhe und vor Gott kommen kann für andere.
Oft haben Kirchen eine bewegte Geschichte erlebt, waren Gottesdienstraum, Schutzraum und Stall, sollten Machtanspruch, Reichtum oder Fürsorge ausdrücken. Sie haben Generationen von Menschen auf ihrem Lebensweg an Übergängen verlässlich begleitet, beharrlich und verlässlich zugleich.
Kirchen sind, sind da ... sind ein Teil des Stadtbildes, Orte der Gemeinschaft und der persönlichen Einkehr. Turmuhr, Glocken und Stundenschlag geben dem Tag Rhythmus, laden ein zum Innehalten und zum Gottesdienst. Kirchen sind Schätze, nicht nur der baulichen und bildenden Kunst, sondern gerade auch der Atmosphäre, der Stimmung, der Zeit.
Wer sich wie der Künstler oder auch gemeinsam mit diesem Zeit nimmt, sich auf dieses Zusammenwirken von Bauwerk und Licht einlässt, entdeckt Unvermutetes, nimmt Vertrautes, Funktionales anders wahr. Dann beginnen diese Steine und Balken je und je zu sprechen. Sie erzählen eine immer wieder neue und eigene Geschichte, die aus all dem entsteht, was der Betrachter in sich trägt und die Kirche birgt.
Es laden die Kirchenräume, in denen die Ausstellungen stattfinden, es laden die Bilder den Betrachter zum Schauen und Verweilen ein, zu Gespräch und Zwiesprache, zu Stille und Austausch.
[2] Thomas Brotzler
Wenn man sich künstlerisch über längere Zeiträume mit einem Thema beschäftigt, geht es ja nicht nur um ästhetische Dimensionen. Wichtig (und vielleicht entscheidend) ist dabei auch die innere Auseinandersetzung mit dem Abgebildeten, mit dessen Stellung und Zweck in der Welt.
So stand für mich zum einen außer Frage, daß Sakralbauten mit zu den höchsten Schöpfungen des Menschen gehören und daß dieser sowohl in der Erschaffung wie auch in der Betrachtung 'über die Unmittelbarkeit des Augenblicks und seiner Situation hinauswachsen und durch die Darstellung eines höheren Prinzips Transzendenz gewinnen' kann.
Doch fühlte ich mich zum anderen auch vor einer Verklärung (im Sinne einer übertragenen Burgenromantik etwa) gefeit. Sakralbauten entstanden und entstehen nicht aus dem Nichts, und gerade in der historischen Dimension standen sie leider vielmals auch für autoritäre Rigidität und steingewordene Macht, für die Unterdrückung anderer Kulturen und Religionen.
Besonders eindrücklich blieb mir in diesem Zusammenhang die Cathédrale Sainte-Cécile d'Albi im französischen Département Tarn in Erinnerung - ein über alle Maßen reich ausgestattetes Menetekel des Triumphes nach den grausamen Kreuzzügen des 13. Jahrhunderts gegen Albingenser und Katharer (einer geläuterten bzw. frühprotestantischen Glaubensform, wenn man so will), eine ihre wahre Bestimmung kaum verhehlende Trutzburg, die mich zutiefst entsetzte und die ich so nicht fotografieren konnte.
Doch zurück aus dem Dunkel der Vergangenheit in das Licht einer hoffentlich besseren Zukunft - Sakralbauten sind eben immer auch das, was der Mensch daraus macht, und in diesem Sinn haben sie als 'Kulminationspunkte menschlicher Sinnsuche, als Ruhepole in einer von vielen Ängsten, Unwägbarkeiten und Umbrüchen geprägten Gesellschaftssituation heutiger Tage' gewiß nicht ausgedient.
Weitere Informationen:
[1] Presseberichte
Pforzheimer Zeitung im Vorbericht vom 01.03.2014 zur Ausstellungsreihe: „Dem Charakter der Kirchen auf der Spur” (285 KB)
Pforzheimer Zeitung im Bericht vom 28.04.2014 zur Vernissage der ersten Station: „Schönheit heiliger Gebäude eingefangen” (223 KB)
[2] Materialien
Bildaufstellung mit Preisliste, Bestellformular und Geschäftsbedingungen (178 KB)
Einladung zur Ausstellungsreihe (1,3 MB)
Poster zur Ausstellungsreihe (5,8 MB)
Ausstellungsstationen und Veranstaltungen:
Die Ausstellungen sind jeweils sonntags und zu den aufgeführten Veranstaltungen geöffnet. Über die Pfarrämter können darüber hinaus auch weitere Besuchszeiten vereinbart werden.
[1] Georgskirche Enzberg
Ausstellung vom 27.04.2014 bis 18.05.2014
Vernissage mit Gottesdienst am Sonntag, 27.04.2014 um 10:00 Uhr
Finissage mit Künstlergespräch am Sonntag, 18.05.2014 um 16:00 Uhr
[2] Laurentiuskirche Oberderdingen
Ausstellung von 07.06.2014 bis 22.06.2014
Amthofserenade mit Vernissage am Samstag, 07.06.2014 um 18:00 Uhr
Gottesdienst mit anschließendem Künstlergespräch am Sonntag, 08.06.2014 um 10:00 Uhr
[3] Petrikirche Großglattbach
Ausstellung vom 06.07.2014 bis 26.07.2014
Vernissage mit Gottesdienst und Künstlergespräch am Sonntag, 06.07.2014 um 18:00 Uhr
Finissage mit Hoffest am Samstag, 26.07.2014 um 19:00 Uhr
Vorschau als Einzelbilder:
Ein Klick auf die untenstehenden Vorschaubilder öffnet diese in Monitorgröße. Für die Betrachtung aller Exponate im Druckformat 60 cm auf 40 cm darf ich zum Ausstellungs- oder Atelierbesuch einladen. Die in solcher Weise auf Barytpapier gedruckten und in Halbe-Rahmen montierten Bilder können in limitierter Auflage von je 20 Exemplaren auch käuflich erworben werden.
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© WEB PRO MEDICO Letzte Änderung am 7. Dezember 2014