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Einzelausstellung „Pforzheimer Stadtlandschaften - Fotografische Annäherung an eine rätselhafte Stadt” (Kreissparkasse, Pforzheim, 11-12/2011)
Meine letzte Einzelausstellung im Jahr 2011 möchte ich der modernen Streetfotografie mit dem Lensbaby-Objektiv widmen.
Mit Bedacht ist der Titel der Ausstellung sperrig gewählt, da sich die Stadt einer raschen künstlerischen Annäherung und Umsetzung immer wieder zu entziehen schien.
Zur Vervollständigung des Portfolios bedurfte es deshalb vieler Besuche, deren Begleitumstände und Ergebnisse ich im Sinne des folgenden (auch in der gedruckten Einladung wiedergegebenen) Zitats beschreiben möchte:
Bei meinen fotografischen Streifzügen durch die Stadt sah ich viele Szenen und hörte ich viele Geschichten - allesamt voller Schatten und Licht, abwechselnd und manchmal gleichzeitig heiter und traurig, die ich mit den Stilmitteln einer modernen Streetfotografie in der hier gezeigten Ausstellung ausschnitthaft wiedergeben möchte.
Wie in solcher Weise schon anklingen mag, geht es bei den 17 gezeigten Arbeiten nicht um eine Dokumentation oder gar Ästhetisierung. Mein Interesse war vielmehr ein psychologisches, es galt dem sich in der Stadt entfaltenden Leben, der Warte der Menschen und ihrem individuellen Bemühen, sich dort zurechtzufinden. Nur beispielhaft möchte ich die Reaktion jenes betagten Passanten anführen, der mich tief aufgewühlt ansprach, während ich den Abbruch des LBBW-Gebäudes (Bild 8: "Untergang") aufnahm - er habe die Bombardierung der Stadt in den letzten Kriegstagen als damals Achtjähriger erlebt und ertrage den Anblick kaum, da diese Bilder des heutigen Abbruchs ihn derart an die damalige Zerstörung erinnerten.
Mein Respekt und Dank gilt der Sparkasse Pforzheim Calw, die sich für eine solche - eben auch auf Verborgenes und Abgründiges hinweisende - Ausstellung entschied und ihre Räume dafür öffnete. Auch freue ich mich sehr, daß Regina M. Fischer als Kunstwissenschaftlerin zur Einführung in die nicht ganz einfache Materie gewonnen werden konnte. Mit ihrer freundlichen Zustimmung zitiere ich aus ihrer Laudatio zur Vernissage wie folgt:
Unter dem bewusst etwas sperrig gewählten Titel 'Pforzheimer Stadtlandschaften – Fotografische Annäherung an eine rätselhafte Stadt' stellt der Fotograf Dr. Thomas Brotzler 17 Schwarzweißfotografien in limitierter Auflage in der Sparkasse Pforzheim aus ... Augenfällig wird, wie sehr die Stadt sich einer raschen künstlerischen Annäherung und Umsetzung entzieht und wie gerade im fragenden Blick des Fotografen eine kollektive Grundstimmung erkennbar ist. In zahlreichen Streifzügen, so der Künstler, wurden Szenen 'voll Schatten und Licht' ins Bild genommen. Das Spiel mit eben diesen der Fotografie (von griech. phos = Licht und grafein = zeichnen) immanenten Bildmitteln beherrscht Dr. Brotzler geradezu meisterlich, auch, um eine spezielle Befindlichkeit zu transportieren. Zumal in der Schwarzweißfotografie, gerade im Verzicht auf die 'Ablenkung' Farbe die Stimmung in den Vordergrund tritt und die Abbildhaftigkeit zugunsten der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten in den Hintergrund tritt. Die Verwendung eines Lensbaby-Objektivs erzeugt eine zu den Rändern hin zunehmende Unschärfe, durch die das Wesentliche in den Vordergrund gerückt wird und gleichzeitig der Spielraum für die Assoziationen des Betrachters gesteigert wird ... Mit dem Stilmittel einer modernen Streetfotografie werden Straßen, Plätze, der Blick in eine Unterführung und die Sicht auf Schaufenster in den Fokus genommen. Ein auffallendes Merkmal ist die Spiegelung als belebendes Mittel im formalen Sinne, als Überschneidung verschiedener Motive, im übertragenen Sinne als Verschränkung und Reflexion komplexer Gefühlslagen und gesellschaftlicher Relevanzen. Hier und in der subtilen Wahl des Bildausschnitts liegen die Stärken dieser von exakter Beobachtung und psychologischer Durchdringung zeugenden Fotoserie.
Florian Adler rezensiert das Bild 1: „Entfremdet” in der aktuellen Ausgabe 84 des Magazins „Schwarzweiß” wie folgt:
Da gibt es das verblüffende Wechselspiel aus Realem und Spiegelung, das durchaus zu verwirren vermag. Dr. Brotzler fotografiert ein Sakko in einer Schaufensterauslage. Leicht schräg von der Seite bringt das Sakko eine gewisse formale Spannung. Gut platziert ist auch die Fensterschnittstelle, die, aus der Fenstermittelachse weit nach links versetzt, das Bild vertikal teilt. Doch nun wird es spannend: Es sind die Spiegelungen in den Scheiben, die das Besondere in diesem Bild ausmachen. Genau beobachtet der Fotograf das Motiv und findet den entscheidenden Moment, in dem ein anonymer Mann kleinformatig, scheinbar ins Jackett integriert, zu erkennen ist. Dazu werden auch ein Straßenverlauf und Autoparkbuchten sichtbar. Auch die überstrahlten weißen Abgrenzungen im linken Bildteil und dem unteren Bildbereich bewirken eine seltsame Szenerie, die vom Bildautor geheimnisvoll anmutend miteinander verbunden werden ...
Veranstaltungsort und Wegbeschreibung:
Sparkasse Pforzheim Calw, Filialdirektion Hohenzollernstraße
Hohenzollernstraße 30/32, 75177 Pforzheim
Veranstaltungsdaten:
Vernissage mit Imbiß am Dienstag, den 8. November 2011 um 19:00 Uhr
Begrüßung durch Eberhard Stegmaier, Filialdirektor
Einführung durch Regina M. Fischer, Kunstwissenschaftlerin
Ausstellungsdauer vom 8. November bis 5. Dezember 2011
Geöffnet zu den normalen Geschäftszeiten (Montag bis Freitag 8:30 bis 12:30 Uhr; Dienstag, Mittwoch und Freitag 14:00 bis 17:00 Uhr; Montag und Donnerstag 14:00 bis 18:00 Uhr)
Vorschaubilder der gezeigten Arbeiten:
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Ich möchte noch darauf hinweisen, daß ein hochwertiger, gut profilierter und kalibrierter Monitor sowie ein geringes Umgebungslicht bei der Betrachtung die besten Voraussetzungen schaffen, um den Detail- und Tonwertreichtum der Arbeiten zur Geltung zu bringen. Eine erste Orientierung erlaubt der unten abgebildete Graustufenkeil, dessen 26 Abstufungen vollständig erkennbar sein sollten.

26-stufiger Graustufenkeil zur orientierenden Monitorprüfung
 
© WEB PRO MEDICO Letzte Änderung am 7. Dezember 2014